Kommentar des RCDS Mainz zu Vandalismus und erneutem Antisemitismus am Campus der JGU

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Dienstag, 20.10.2016: Im Gebäude der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften präsentierten sich die verschiedenen Hochschulgruppen der Johannes Gutenberg-Universität den Studienanfängern. Wieder dabei war die Linke Liste in Form von SDS und Kritische Linke und natürlich im Zuge dessen auch das Haus Mainusch. Man zeigte sich betont weit links, außerhalb des gemäßigten Parteienspektrums, stolz hing die Antifa-Fahne, Sturmmasken wurden verschenkt.
Dazu bleibt nach Meinung des RCDS Mainz nicht viel mehr zu sagen, als: Demokraten zeigen klare Kante, Demokraten zeigen Gesicht!

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Zwei Nächte später mussten massive Sachbeschädigungen auf dem Campus der JGU festgestellt werden. Plakatständer wurden besprüht, Autos zerkratzt und beschmiert, das Georg Forster-Gebäude wurde verunstaltet und diverse andere Bauten (Forum, ReWi, InfoBox, etc.) und Werbeflächen wurden mit Hammer & Sichel, oder entsprechenden Sprüchen „verziert“.
Dem aufmerksamen Betrachter entging dabei nicht, dass ein Symbol in gleichbleibenden Farben und ähnlicher Handschrift immer wieder auftauchte: „161X – Mainz bleibt stabil“. Ein Symbol der antifaschistischen Bewegung Mainz, die sich ganz klar im Umfeld des Haus Mainusch und der Linken Liste verorten lässt.
Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, den 20.10.2016 war nicht das erste Mal, dass diese Gruppe durch Vandalismus auf dem Campus auffiel.
Und als wäre das nicht schon schlimm genug, tauchten in derselben Nacht und in derselben Farbe erneut antisemitische Schmähungen auf. Diesmal, anstatt auf einer Tür der Liberalen Hochschulgruppe, auf Plakaten der Juso-HSG.
Auf einem Plakat prangte – neben Beschimpfungen – groß und hervorstechend der Davidsstern.
Die „161X – Mainz bleibt stabil“-Gruppe wies noch Donnerstagnacht jede Schuld von sich.

Wirft man einen Blick auf die linksextreme Szene im Allgemeinen, so fällt auf, dass dort trotz aller „Awareness“ und Sensibilisierung für Diskriminierungen aller Art starke antisemitische Strömungen herrschen.
Und obwohl man auch in Mainz in den eigenen Reihen schon mit mindestens einem massiven antisemitischen Ausbruch zu kämpfen hatte, beruft sich die Gruppe in Facebook sinngemäß darauf, dass man ja aufgrund der eigenen antifaschistischen Einstellung quasi gegen Antisemitismus gefeit sei.
Stattdessen beklagt man sich darüber, dass „der allgemeine Umgang mit dem Thema und der Person, die sich innerkontextuell zu dem Vorfall [mit der Kellertür der LHG] bekannte, […] einfach nur bescheiden“ gewesen sei.
Als sei das Problem nicht der Antisemitismus selbst, sondern die Reaktion berechtig erboster Studenten dieser Uni.

Schuld tragen ihrer Meinung nach andere, die sich ihres Logos bedient hätten. Ein Verdacht richtet sich gegen ihre (politschen) Kontrahenten. Diese wollten ihnen eventuell „derbe ans Bein pissen“.
Ein anderer geäußerter Verdacht bezieht sich auf Sympathisanten, welche im Zuge ihrer Sympathiebekundungen salopp gesprochen über das Ziel hinausgeschossen seien.
Nach Meinung des RCDS Mainz verlieren solche Erklärungsversuche vor dem Hintergrund antisemitischer Probleme in der linksextremen Szene im Allgemeinen und dem bekannten Antisemitismusproblem der Szene in Mainz im Speziellen an Glaubwürdigkeit.
Hinzu kommt, dass der Davidstern und die Beschimpfungen in Farben und Handschrift identisch sind mit anderen Schriftzügen, die eindeutig mit „161 – Mainz bleibt stabil“ in Verbindung gebracht werden können. Wer hier an Zufall glaubt, der legt Zeugnis seiner Naivität ab.
Da uns zudem bisher keine Sachbeschädigung auf dem Campus durch rechtsextreme Gruppierungen oder Individuen bekannt sind und auch nicht davon auszugehen ist, dass Angehörige einer gemäßigten Hochschulgruppe diese Tat verübten, erscheint uns das Abschieben von Verantwortung auf politisch konträr motivierte Menschen wenig stichhaltig.
Wer und warum sollte das getan haben? Und wenn man es schon nicht genau weiß, so sollte man wenigstens einen begründeten Verdacht haben, bevor man auf Selbstkritik verzichtet.
Gut möglich ist unserer Einschätzung nach, dass mit „161 – Mainz bleibt stabil“ Sympathisierende dieses „Werk“ vollbrachten.
Man muss sich allerdings fragen, welches Maß die eigene Idiotie erreicht hat, wenn es möglich ist, dass Antisemitismus mit den eigenen Zielen und dem eigenen Gedankengut sympathisieren kann.
Am wahrscheinlichsten erachten wir jedoch, dass speziell die antisemitische Schmähung wieder das Werk eines Einzelnen aus den Reihen der antifaschistischen Gruppe ist, welcher sich nun scheut Verantwortung zu übernehmen.

Der RCDS Mainz solidarisiert sich an dieser Stelle erneut ausdrücklich mit allen von Antisemitismus betroffenen. Es ist ein Unding, dass diese Form des Menschenhasses, getrieben durch die gesellschaftliche Ex¬t¬re¬mi¬sie¬rung in rechts- und linksradikale Lager zur heutigen Zeit in eben jenen Gesinnungskreisen wieder eine Renaissance erlebt. Wir sollten es besser wissen!
Deshalb müssen wir dagegen vorgehen – gemeinsam, entschieden und kompromisslos!

Was bleibt als Fazit? Wir als RCDS Mainz beobachten seit einiger Zeit mit Sorge einen Zuwachs und eine Radikalisierung der linksextremen Szene in Mainz und vor allem am Campus.
Vandalismus und das gehäufte Vorkommen antisemitischer Handlungen ausgehend von dieser Szene an unserem Campus sind Beweis genug.
Diskriminierenden Handlungen dieser Art, egal ob antisemitisch oder andersartig motiviert, können wir nichts abgewinnen und verurteilen sie auf das Schärfste.
In einer Demokratie ist immer der Kompromiss die Lösung. Gegen jede Form der Radikalisierung, ob nun politisch, religiös, oder anders, muss entschieden vorgegangen werden.
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In besonderem Maße sehen wir hier die Universität in der Pflicht. Bildung ist das beste Mittel, um Radikalisierung entgegenzuwirken. Wo dies jedoch nicht klappt müssen Räume, in welchen Radikalisierung stattfindet beseitigt werden.
Es ist unserer Meinung nach angebracht, dass einige Akteure auf unserem Campus die Zusammenarbeit mit gewissen Personen und Gruppierungen noch einmal kritisch überdenken. Unsere Universität muss Freiraum bleiben! Frei von Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus und definitiv frei von jeder Form von Gewalt!
Wer sich nicht an Grundgesetz und Freiheitlich Demokratische Grundordnung hält, disqualifiziert sich selbst.

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